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Rahmen und Füllungen gehören zu den wichtigsten Konstruktionen beim Bau von Massivholzmöbeln. Viele klassische Formen greifen hierbei auf große Abblattungen mit Profilen zurück. Modernere Varianten sind hingegen oft schlicht und mit schmalen Fugen gehalten. Hierbei kann es passieren, dass diese Fugen mit der Zeit ungleichmäßig werden. Die Spaltmaße sind unterschiedlich, die Füllung rutscht ab oder sitzt schief im Rahmen.
Mit vier Holzdübeln, die im Rahmen eingeleimt sind und in die Füllung greifen kann dies auf Dauer verhindert werden. In diesen vier Dübeln hängt die Füllung. Sie kann in alle Richtungen arbeiten, dies jedoch immer gleichmäßig, da die vier Dübel die Füllung immer zentriert halten. Die Spaltmaße werden zwar durch das Arbeiten des Holzes nie genau gleich breit bleiben, aber sie bleiben gleichmäßig. Die Füllung kann weder nach unten rutschen, noch sich schief in den Rahmen setzen.
Zunächst werden die Bohrungen in die Kante der Füllung eingebracht. Hierzu zeichnet man sich an allen vier Kanten der Füllung jeweils die Mitte an. Es ist sinnvoll, dass die Dübel in der Mitte der Kanten eingebohrt werden und nicht im unteren oder oberen Teil der Füllung beziehungsweise seitlich versetzt. Die Füllung soll in alle Richtungen gleichmäßig arbeiten können. Ist der Dübel oben oder unten (bzw. rechts oder links versetzt), arbeitet die Füllung in eine Richtung mehr, als in die andere und die Spaltmaße sind nicht mehr gleichmäßig. Allerdings kommt es nicht auf ein paar Zentimeter an. Wenn es die Konstruktion verlangt können die Dübel auch leicht versetzt eingebohrt werden.
Die Bohrungen setze ich mit der Oberfräse und einem 6mm Bohrer, der speziell für den Einsatz in einer schnell drehenden Oberfräse geeignet sein muss. Die Zentrierspitze hilft beim Ansetzen und Positionieren der Maschine.Hilfreich kann es sein, die Maschine hierbei mit einer Klemmzwinge zu fixieren. Der Parallelanschlag der Oberfräse gibt den Abstand der Bohrung von der Kante aus fest vor und hilft dabei die Bohrung rechtwinklig zur Kante zu setzen.
Damit die Füllung später im Rahmen arbeiten kann, sollten die Bohrungen in der Füllung einen minimal größeren Durchmesser haben, als die Dübel dick sind. Dies erleichtert auch den späteren Zusammenbau. Das Aufbohren kann mit einer Handbohrmaschine oder einem Akkuschrauber geschehen. Ich verwende für 6mm Dübel einen Bohrer mit einem Durchmesser von 6,5mm. Das Nachbohren ist sehr einfach, die Führung des Bohrers ist durch das bereits vorhandene Loch gegeben.
Passend zu den Bohrungen in der Füllung werden die Bohrungen im Rahmen ausgeführt. Wurde die Füllung mittig gebohrt, wird auch der Rahmen mittig gebohrt. Das ist die einfachste Variante. Ist Konstruktionsbedingt ein Versatz notwendig gilt es diesen beim Bohren der Rahmenteile zu berücksichtigen.
Diese Bohrungen werden nicht aufgebohrt, da die Dübel hier eingeleimt werden müssen.
Die Bohrungen im Rahmen und in der Füllung sollten nun genau überein stimmen. Genaues Arbeiten ist hierbei sehr wichtig. Statt einer Oberfräse kann auch eine entsprechend ausgestattete und dimensionierte stationäre Bohrmaschine genutzt werden. Wichtig ist, dass die Bohrungen in der Füllung tiefer sind, als der Dübel lang ist. Die Füllung muss jederzeit Platz zum Arbeiten haben. Auf der schematischen Darstellung weiter oben ist dies gut zu erkennen.
Eine so zentrierte Füllung neigt auch wesentlich weniger zum Klappern, als eine Füllung, die lediglich frei in der Nut sitzt. Oft werden Füllungen auch an einem oder zwei Punkten im Rahmen eingeleimt. Dies ist eine Möglichkeit, die zwar grundsätzlich auch funktioniert und viel weniger Arbeit bereitet, sicherer und präziser ist jedoch die Aufhängung der Füllung mit der gezeigten Variante.