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Unter den klassischen Holzverbindungen, nehmen die verschiedenen Varianten der Zinkung eine besondere Stellung ein. Sie sind für viele ein Synonym für den hochwertigen Möbelbau und gelten oft als "i-Tüpfelchen" an einem Möbelstück. Insbesondere wenn die Verbindung ohne die Zuhilfenahme von Maschinen erstellt wird.
Die offene Zinkung stellt relativ hohe Ansprüche an denjenigen, der sie herstellt. Eine hochwertige Optik wird nur erreicht, wenn die Verbindung präzise ausgeführt wird. Jeder größere Spalt würde den Gesamteindruck trüben. Daher ist diese Verbindung immer noch Teil der modernen Tischlerausbildung und wird auch an Meisterstücken oft noch als Pflicht angesehen.
Auf den folgenden Seiten möchte ich die Herstellung einer offenen Schwalbenschwanz Zinkung erklären. Neben dieser Variante existieren viele andere Zinkenarten. Die bekannteste, neben der offenen Zinkung, dürfte noch die halbverdeckte und die Fingerzinkung sein.
Darüber hinaus gibt es noch Doppelzinken, Gehrungszinken, Trichterzinken, Zierzinken, falsche Zinken und einige Variationen mehr.
Das nebenstehende Bild macht die Begriffe "Zinken" und "Schwalben" (Schwalbenschwanz) deutlich.
Die meisten Tischler wurden in ihrer Ausbildung gelehrt, dass die Schwalben die doppelte Breite der Zinken haben und dass die Anzahl der Schwalben anhand einer Formel zu errechnen ist. Daraus ergeben sich dann zwar sehr stabile, aber auch optisch nicht immer Reizvolle Zinkenverbindungen. Die hohe Stabilität, welche durch diese gleichmäßige Teilung erreicht werden sollte, ist aber in den seltensten Fällen erforderlich, so dass man durchaus von diesen Vorgaben abweichen kann, ohne Einbußen im Bezug auf die Haltbarkeit befürchten zu müssen.
Was für die Breite und Anzahl der Zinken und Schwalben gilt, trifft auch auf deren Winkel zu. Je nach Zinkenteilung und Holzart sind durchaus größere Winkel, als die im Lehrbuch angegebenen möglich. Das im Folgenden gezeigte Beispiel nutzt einen Zinkenwinkel von 15 Grad, was bei der Zinkengröße und der verwendeten Holzart kein Problem darstellt und gleichzeitig die Zinken ooptisch sehr betont.
Es gibt viele verschiedene Arten, die Zinken anzuzeichnen und auszuarbeiten. Ein "Falsch" oder "Richtig" gibt es hier nicht. Einige beginnen mit den Schwalben, andere mit den Zinken. Die Einen schneiden den Zinkengrund mit der Laubsäge frei, andere Stemmen lieber. Hier kann ich nur jedem empfehlen, selbst verschiedene Arbeitsweisen auszuprobieren und dann zu entscheiden, welche Arbeitsweise einem am meisten liegt.
Ich stelle in dieser Anleitung meine persönliche Arbeitsweise vor, welche sich über viele Jahre entwickelt hat. Die gezeigten Eckverbindungen sind während der Herstellung eines Spielzeugregales entstanden. Die verwendete Holzart ist schwedische Kiefer.
Bei meiner Arbeitsweise lege ich besonders großen Wert darauf, so wenige Bleistiftstriche wie möglich auf dem Werkstück zu hinterlassen. Daraus resultiert auch, dass es zwei Anleitungen über das Anzeichnen der Zinken gibt. Die Theorie beschreibt das Erzeugen der Geometrie, zum besseren Verständnis meiner praktischen Anleitung, die darauf folgt. Den Einsatz des Streichmaßes versuche ich zu vermeiden, da es das Holz beschädigt. Ich nutze es nur an einer Stelle.
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