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Alle zwei Jahre findet in Hannover die "Ligna" statt. Eine Messe für die Holzbearbeitung. Im Gegensatz zur um jeweils ein Jahr versetzt stattfindenden "Holz + Handwerk" ist die Ligna auch auf die Holzindustrie und nicht nur für das Handwerk ausgerichtet. Entsprechend groß ist auch der Anteil der Aussteller, die Maschinen und Anlagen für Industriebetriebe zeigen.
Ich selbst war in erster Linie aus beruflichen Gründen auf der Messe, fand aber auch gelegentlich die Zeit mir Dinge anzusehen, die mich auch privat interessierten. Ich war zwar schon zwei mal auf der Holz + Handwerk in Nürnberg, aber auf der Ligna war ich zum ersten mal.
Der folgende Bericht kann nur einen Bruchteil des Messegeschehens abbilden. Ich war zwei Tage auf der Ligna, habe aber am Ende das Gefühl gehabt, viele interessante Dinge verpasst zu haben.
Am ersten Tag begann der Rundgang in Halle 14, wo es Beispielsweise diesen speziellen Anschlag zum sicheren Schneiden schmaler Leisten zu sehen gab. Die Leiste wird wie gewohnt am Anschlag an das Sägeblatt geführt. Ab einem bestimmten Abstand zum Sägeblatt kann man dann die Leiste mit dem Hebel, der einen Mitnehmer nach vorne schiebt in sicherer Entfernung zum Sägeblatt zu Ende schneiden. Eine sehr schöne Idee, die das Auftrennen schmaler leisten sehr sicher macht.
In dieser Halle waren auch einige Maschinen ausgestellt, die eher in die Hobbywerkstatt gehören. Kleine Formatkreissägen, Kombimaschinen und Hobelmaschinen in sehr unterschiedlichen Qualitäten.
Bei den bekannten deutschen Herstellern für Formatkreissägen geht der Trend immer mehr in Richtung gesteuerte Achsen. Die Sägen können programmiert werden, so dass wiederkehrende Schnitte sehr schnell eingestellt werden. Sägeblatthöhe, Neigung, Parallelanschlag und Anschlaglineal werden Programmgesteuert verfahren.
Ähnlich sieht es bei den großen Tischfräsen aus. Bis zu sechs Achsen werden angesteuert und machen aus einer Tischfräse die ideale Ergänzung zu einer CNC Maschine. Gleiche Werkzeugschnittstellen ermöglichen es, das gleiche Werkzeug für die CNC und die Tischfräse zu nutzen.
Die etablierten europäischen Hersteller grenzen sich mit dieser Technologie derzeit noch sehr stark von den einfachen und teilweise sehr schlecht verarbeiteten Maschinen aus Asien ab.
Einige Hersteller für CNC Maschinen trennten Ihre Angebote in Handwerk und Industrie und präsentierten diese in unterschiedlichen Hallen. Das nebenstehende Bild zeigt eine kleine, aber flexible CNC Maschine für Handwerksbetriebe. Mit ihr können Möbel und auch in begrenztem Rahmen Treppen gefertigt werden.
Die großen CNC Maschinen und Anlagen waren in einer anderen Halle untergebracht. Hier war das Fotografieren leider untersagt. Daher kann ich in diesem Bericht keine Bilder von großen Bearbeitungszentren, Anlagen für den Fertighausbau oder die Türenfertigung zeigen.
Natürlich gab es auch Handgeführte Maschinen der bekannten Hersteller zu sehen. Richtige Neuheiten gab es leider kaum. Festool zeigte als Neuheit eine Dominofräse für den Holzbau. Die Frästiefe beträgt stolze 70mm. Es können Domino- Dübel bis 14mm Stärke verarbeitet werden. Das Funktionsprinzip entspricht der bekannten Domino Fräse. Die Domino XL ist jedoch aufgrund ihrer Dimensionen nur bedingt für den Möbelbau geeignet.
An allen Messeständen der großen Elektrowerkzeug- Hersteller konnte man die Maschinen selbst ausprobieren und es wurde jede Frage beantwortet. Vereinzelt gab es auch Stände kleiner, innovativer Firmen, die sehr spezielle, aber für den Anwender sehr nützliche Werkzeuge und Maschinen zeigten.
Eine sehr großer Bereich, der fast eine ganze Halle umfasste, zeigte Maschinen und Anlagen zur Oberflächenbehandlung. Es gab Lackierroboter, Lackierkabinen, die verschiedensten Schleif- und Poliermaschinen und viele Sondermaschinen zu sehen. So zum Beispiel eine Maschine zum Schleifen von Masssivholzteilen unterschiedlichster Formen. Diese Maschine wird im Video, weiter unten kurz gezeigt.
Das Tischlerhandwerk selbst präsentierte sich ebenfalls auf verschiedene Arten auf der Messe. So wurden Unikate ausgestellt und es gab Infostände. Man konnte auch den Teilnehmern des Leistungswettbewerbs des Tischlerhandwerks beim Üben zusehen.
Ebenfalls vertreten waren die unterschiedlichsten Fachschulen, sowie die Fachpresse. Auch die Zeitschrift Holzwerken war mit einem Stand vertreten. Bücher für Holzwerker konnte man direkt am Messestand erwerben, was ich dann auch getan habe.
Auf dem Außengelände fanden verschiedene Demonstrationen statt. Unter anderem auch Holzfällerwettbewerbe, Timbersports genannt. In verschiedenen Disziplinen traten die Teilnehmer gegeneinander an. Es wurde um die Wette gesägt, geklettert und mit der Axt gearbeitet. Beeindruckend neben der 80PS Motorsäge waren auch die langen Handsägen.
Am Ende des Berichtes finden sie ein kurzes Video, dass einen Teil der Timbersports Demonstration zeigt.
Das Außengelände war für die Forstwirtschaft reserviert. Neben den üblichen kleinen Forstmaschinen waren auch Spezialfahrzeuge auf Basis von Mähdreschern und Baggern zu sehen oder diese geländegängigen Maschinen. Es ist beeindruckend, mit welcher Technik im Wald gearbeitet wird. Die Dimensionen sind für de Laien kaum vorstellbar. Greifer für Baumstämme mit 1,8 Metern Durchmesser sind erfurchtgebietend.
Leider fehlte mir am Ende die Zeit um mich noch näher auf dem Außengelände umzusehen. Am zweiten Tag reichte es nur für einen kurzen Rundgang. Zwei Tage erscheinen lang für einen Messebesuch. Aufgrund der Dimensionen der Messe und der Vielzahl der Aussteller ist dies aber immer noch zu kurz. Man kann sich zwar im Vorfeld informieren und sich zuerst die für sich selbst wichtigen Dinge ansehen, aber auf der Messe findet man immer wieder interessante Dinge, die man sich zwischendurch ansieht.
So kommt es, dass man sich gegen Ende des Messebesuches doch beeilen muss, um das Pflichtprogramm, das man sich selbst aufgestellt hat noch zu schaffen.
Ein kurzes Video mit einigen Szenen der Timbersports Demonstration, der oben erwähnten Schleifmaschine, der neuen Festool Domino XL und weiteren Bilder,
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