Heiko-Rech.de - Möbelbau, Tipps für die Werkstatt, Grundlagen der Holzbearbeitung und vieles mehr


JUUMA Bankhobel No5

Auf dieser Seite möchte ich meinen neuen Hobel vorstellen. Es handelt sich um einen Bankhobel No5 der Marke JUUMA. Diese Hobel sind ausschließlich bei Dieter Schmid - Feine Werkzeuge erhältlich und bieten ein außerordentlich gutes Preis- Leistungs- Verhältnis.

Lange Zeit gab es im Handel lediglich sehr preisgünstige Metallhobel, die große Nacharbeit erforderten, oder hochpreisige Hobel, die ohne Nacharbeit benutzt werden konnten. Die Hobel der Marke JUUMA sind im mittleren Preissegment angesiedelt und sind ohne Nacharbeit, direkt nach dem Auspacken Einsatzbereit.

Bevor man den Hobel das erste mal benutzt, muss man das Schutzöl abwischen, das die Metallteile vor Rost schützt. Man muss den Hobel hierzu nicht wie auf dem Bild gezeigt komplett zerlegen. Mich hat aber die gesamte Verarbeitung interessiert , daher habe ich ihn in alle Einzelteile zerlegt.

Es zeigte sich, dass dieser Hobel auch im Detail sehr gut verarbeitet ist. Keine Grate an den Kanten, saubere Fräsungen am Grundkörper und am Frosch, gut geschnittene Gewinde und eine ordentliche Lackierung. Einen Blickfang bilden die Klappe und der Frosch, welche aus Messing gefertigt sind.

Eines der wichtigsten Qualitätskriterien bei einem Metallhobel ist die Verarbeitung des Hobelkörpers. Er muss plan sein, der Teil der Sohle vor dem Hobelmaul muss direkt auf dem Holz aufliegen und der Sitz des Frosches muss sauber gefräst sein, damit dieser richtig aufliegt. Von Vorteil ist es bei vielen Arbeiten, wenn die Sohle, den Seiten gegenüber genau rechtwinklig ist. Dies ist beim JUUMA Hobel der Fall.

Die Griffe des Hobels sind lackiert. Zunächst war ich deswegen skeptisch, da ich eher geölte Werkzeuggriffe bevorzuge. Aber der verwendete Lack hat eine sehr gute Haptik und ist auch bei Längeren Arbeiten, bei denen die Hände schwitzen immer noch angenehm.

Die Verarbeitung dieser sehr schönen Griffe aus Bubinga ist tadellos. Keine unsauber geschliffenen Stellen, keine Fehler in der Lackierung und sie sitzen gerade auf dem Hobelkörper.

Die Mechanik zum Verstellen der Spandicke und die Lateraleinstellung arbeiten sehr exakt. Einzig die Einstellung für die Spandicke hat einen kleinen Leerhub. Wenn man also die Drehrichtung des Einstellrades wechselt, hat der Mechanismus ein wenig Spiel. In der Praxis hat man sich daran aber sehr schnell gewöhnt. Im Gegensatz zu meinen anderen, günstigeren Hobeln ist dieses Spiel jedoch wesentlich geringer.

Nach dem Reinigen und zusammenbauen des Hobels habe ich ihn ohne zu Schärfen an einem Stück Kiefernholz ausprobiert. Man könnte so zwar arbeiten, aber feine Arbeiten mit dünner Spanabnahme sind noch nicht möglich. Das Hobeleisen muss vor dem ersten Gebrauch geschärft werden. Dies ist aber bei nahezu allen im Handel erhältlichen Hobeln anzuraten und kein wirklicher Mangel.

Das Nebenstehende Bild zeigt das Eisen des Hobels im Lieferzustand. Es ist fein geschliffen, die Fase hat einen Winkel von 25 Grad und ist ebenfalls fein geschliffen.

Die Fräsungen am Hobeleisen sind sehr sauber ausgeführt und das Eisen selbst ist im rechten Winkel. Die Dicke des Eisens beträgt 3mm.

Ich habe das Eisen auf den Abrichttisch meiner Hobelmaschine gelegt, um zu überprüfen, ob es gerade ist. Es weist jedoch eine leichte Krümmung in der Länge auf. In der Praxis spielt dies jedoch keine Rolle, da die Klappe des Hobels auf den plan gefrästen Frosch drückt.

Wichtiger ist, ob die Spiegelseite des Eisens plan ist. Denn eine plane Spiegelseite ist wichtig um eine wirklich scharfe Schneide zu erhalten. Nach einigen Zügen auf einem japanischen Wasserstein mit Körnung 800 erkennt man, das das Eisen nicht ganz plan ist. Der Stein nimmt an den Seiten Material ab, in der Mitte des Eisens jedoch nicht. Die Spiegelseite ist hohl und sollte geplant werden.

Das Planen der Spiegelseite dauert jedoch keine 10 Minuten. Zunächst wird auf dem Schärfstein Körnung 800 gearbeitet, dann noch auf einem Stein mit 6000er Körnung nachgeschliffen.

Die Fase selbst muss nur abgezogen und nicht komplett geschärft werden. Bereits nach einigen Zügen auf einem 6000er Stein ist das Eisen Scharf.

Der Spanbrecher bedarf keiner großen Nacharbeit. Der Vollständigkeit halber habe ich die Kante des Spanbrechers dennoch abgezogen.

Nachdem der Spanbrecher montiert und eingestellt wurde und das Eisen wieder eingesetzt ist, kann man mit dem Hobel feinste Späne abnehmen. Ein sehr beeindruckendes Ergebnis.

Erster Praxiseinsatz

Der erste Einsatz für den Hobel: Anleimer bündig hobeln.

An die Kanten von furnierten Spanplatten habe ich Massivholzanleimer angebracht. Die Anleimer stehen ca. 3-5mm über die Fläche und müssen bündig gehobelt werden. Dieser Vorgang wird auf beiden Seiten der Platte durchgeführt

Zunächst stelle ich die Spandicke so ein, dass der Hobel sehr viel Material abträgt. Dicke Späne entstehen. Der Arbeitsfortschritt ist sehr hoch, man muss jedoch darauf achten, dass man das Furnier nicht beschädigt

Auf diese Weise wird der Anleimer soweit heruntergehobelt, bis nur noch wenige Zehntel Millimeter stehen bleiben.

Nachdem die grobe Arbeit fertig ist, wird der Hobel sehr fein eingestellt und der letzte Rest des Überstandes wird bis auf die furnierte Fläche bündig gehobelt.

Der dauernde Wechsel zwischen grober und feiner Einstellung ist kein Problem. Die Feineinstellung arbeitet gut und wiederholgenau. Während der ganzen Zeit hat sich die Lateraleinstellung nicht verändert.

Zum Vergleich habe ich diesen Arbeitsgang auch mit einem meiner anderen Hobel durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Arbeit mit dem JUUMA viel leichter von der Hand ging, als mit meinen anderen Hobeln. Dies liegt am dickeren Eisen, dem besseren Hobelkörper, aber auch nicht zuletzt an der besseren Ergonomie und der wesentlich passgenaueren Verarbeitung aller Hobelteile. Der hintere Griff ist größer und nicht so stark angewinkelt, was das Arbeiten meiner Meinung nach ebenfalls angenehmer macht.

Fazit:

Dieser Hobel bietet ein sehr gutes Preis- Leistuns- Verhältnis. Die gute Verarbeitungsqualität dürfte in dieser Preisklasse wohl kaum zu überbieten sein. Es bedarf lediglich geringer Nacharbeit um mit dem Hobel hervorragende Ergebnisse zu erzielen und darüber hinaus ist er auch optisch sehr ansprechend. Wenn man bedenkt, welche Arbeit man in einen preiswerteren Hobel erst stecken muss, um nur annähernd gute Arbeitsergebnisse zu bekommen, ist dieser Hobel eine Empfehlung für alle, die ein wirklich gutes Werkzeug zu einem wirklich fairen Preis suchen.

Dieser Hobel macht einfach Freude.

Bezugsquelle: Dieter Schmid - Feine Werkzeuge Dort sind alle Hobel der Mareke JUUMA aufgelistet.

Zum Vergleich, können Sie sich ansehen, wie viel Arbeit notwendig war, meine anderen Hobel herzurichten. Die Anleitung hierzu ist hier zu finden: Metallhobel herrichten

Update: Weitere Juuma Hobel und Fazit nach mehreren Monaten

Nachdem ich von meinem ersten Juuma Hobel doch sehr angetan war, sind noch zwei weitere gefolgt. Es handelt sich hierbei um eine kurze Rauhbank No.6 und einen Einhandhobel. Beide weisen die gleiche, hohe Verarbeitungsqualität wie der No.5 auf. Der Einhandhobel ist extrem handlich und eignet sich für alle feinen Arbeiten, zum Glätten von Kanten, zum Abrunden und auch zum Bearbeiten von Hirnholz.

Die kurze Rauhbank benutze ich in erster Linie um Massivholz zu planen. Ich hatte zuvor eine längere Rauhbank, die aber doch sehr unhandlich war. Die kürzere ist für meinen Einsatzbereich besser geeignet. Die Kurzrauhbank ist breiter, als der No.5 und für große Spanabnahmen sehr gut geeignet.

Ich habe nun mehrere Monate mit diesen Hobeln gearbeitet und bin wirklich begeistert. Die Standzeit der Eisen ist sehr gut und an der Qualität gibt es nichts zu bemängeln. Vor kurzem habe ich die Hobel alle ein wenig gepflegt. Ich habe die blanken Gussflächen mit einem sehr feinen Schleifvlies gereinigt und Teile der Hobel entharzt. Die Messingteile waren zum Teil (durch Handschweiß) angelaufen. Mir persönlich gefiel dies nicht und ich habe diese Teile ebenfalls leicht nachpoliert um ihnen die ursprüngliche Optik wieder zu geben.

Nach Gebrauch reibe ich die Hobel gelegentlich mit einem Lappen, den ich mit Kamelienöl besprühe ab. Dies verhindert Rost sehr wirkungsvoll, ohne die Messingteile anzugreifen,.

Video Böden hobeln

In diesem Video sehen Sie unter anderem das plan hobeln und verputzen der Böden für das Meranti Sideboard mit den Juuma Hobeln.

Der trockene Leim wird zunächst mit einer Ziehklinge entfernt. Dies hat den Vorteil, dass die Gefahr sehr gering ist, dass beim Entfernen des trockenen Leimes Holzfasern mit herausgerissen werden. Nach dem Entfernen des Leimes, wird die Leimholzplatte mit einer kurzen Rauhbank geebnet, dann mit einem Bankhobel vorgeputzt und zum Schluss noch mit einem Putzhobel geglättet

Dieses Video in hoher Auflösung (31,6MB, Dateiformat *.mp4)
Abspielen durch anklicken, speichern durch Rechtsklick- Ziel speichern unter...

01.09.2011 Update: Juuma Blockhobel im Einsatz

Mit dem Block- oder Einhandhobel arbeite ich sehr gerne. An diesem Hobel habe ich lediglich das Eisen geschärft. Ansonsten musste nichts an diesem Hobel nachgearbeitet werden. Er leigt gut in der Hand und eignet sich auch zum Putzen kleiner Werkstücke.

Juuma Blockhobel im Einsatz

Das Video zeigt einen kleinen Blockhobel von Juuma beim Hobeln von Ahorn. Am Hobel wurde lediglich das Eisen geschärft, ansonsten erfolgte keine Nacharbeit am Hobel. ehobelt wird nicht auf einer Hobelbank, sondern auf einem Festool MFT/3

Dieses Video in hoher Auflösung (27MB, Dateiformat *.mp4)
Abspielen durch anklicken, speichern durch Rechtsklick- Ziel speichern unter...