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Die Vorgestellte Maschine wurde mir zum Test von Festool bereitgestellt. Details zu diesem Thema finden sie hier: Testgeräte von Festool
Die OF 1400 ist eine mittelschwere Oberfräse. Sie eignet sich noch zur Einhandbedienung, ist aber deutlich schwerer, als Oberfräsen der 1000 Watt Klasse. Allerdings ist die OF1400 auch wesentlich leichter als die schweren Maschinen der 2000 Watt Kategorie. Somit ist sie die ideale Maschine für den Möbelbau.
Die OF 1400 ermöglicht bereits das Einsetzen von Fräsern mit einem Schaftdurchmesser von 12mm, was gerade bei Einsatz im Frästisch interessant sein könnte, da somit Fräser für Abblattungen und Konterprofile eingesetzt werden können.
Die OF 1400 ist als Set mit Zubehör erhältlich. Im Systainer ist die Maschine sicher verstaut und auch das Zubehör findet seinen Platz. Das Abgebildete Set besteht aus Maschine, Parallelanschlag, Absaugstutzen oben, Spanfänger, Absaugstutzen für den Parallelanschlag und einem zehnteiligen Fräserset.
Die Fräser, die in der Fräserbox enthalen sind, sind von sehr guter Qualität. Die Verarbeitung ist sehr sauber, die Hartmetallschneiden sind sehr dick, was ein mehrmaliges Nachschärfen der Fräser erlaubt. Die Kugellager sind ebenfalls von sehr hoher Qualität. Die Auswahl der Fräser ist praxisbezogen und sollte demjenigen, der noch keine Fräser hat, für die meisten anfallenden Arbeiten ausreichen.
Die Box als solche macht im ersten Moment einen sehr guten Eindruck. Schnell wird aber klar, dass das Entnehmen der Fräser mit der Gefahr verbunden ist, sich die eine oder andere Schnittverletzung zuzuziehen. Die Fräser müssen am Kugellager aus der Halterung gezogen werden. Versehentlich greift man aber auch an die Schneide. Da die Halterungen in der Box die Fräser sehr fest halten, gestaltet sich die Entnahme entsprechend schwierig.
Nicht im Set enthalten ist die Gleitsohle, die besonders beim Fräsen schmaler oder kleiner Teile sinnvoll ist, da die Öffnung in dieser Sohle wesentlich kleiner ist, als die der maschinenseitigen Gleitsohle. Die Gleitsohle wird wie alle anderen Einsätze auch, einfach Werkzeuglos eingerastet. Dazu mehr im kommenden Abschnitt.
Bei schmalen Werkstücken ebenfalls Sinnvoll ist ein zweiter Parallelanschlag. Dieser verhindert das Verrutschen der Maschine und ermöglicht ein sicheres und genaues Bearbeiten schmaler Werkstücke. Ich habe mir einen solchen Parallelanschlag selbst hergestellt. Die Anleitung hierzu finden Sie unter: Vorrichtungen/ - Für die Oberfräse - Zusätzlicher Parallelanschlag
Mit diesen beiden Zubehörteilen erleichtert man sich so manchen Arbeitsgang.
Die OF 1400 bietet viele Funktionen, die man bei Oberfräsen anderer Hersteller nicht findet. Vieles, was üblicherweise das Hantieren mit Schraubendrehern oder anderem Werkzeug erfordert, kann bei dieser Maschine werkzeuglos erledigt werden. So werden z.B. die verschiedenen Einsätze für den Frästisch (Spanfänger, Gleitsohle, Kopierring) einfach nur eingerastet und sitzen danach bombenfest und genau zentriert. Zum Abnehmen werden zwei kleine Hebel eingedrückt und der Einsatz kann entnommen werden.
Auf Basis der Gleitsohle, ist auch möglich spezielle Vorrichtungen auf dem Maschinentisch zu befestigen. Der Metallring der Gleitsohle kann abgeschraubt werden. Es wäre beispielsweise möglich eine Kunststoff- oder Siebdruckplatte am Ring zu befestigen und dort einen Anschlag zu montieren. Oder auch einen Fräszirkel, der nur aufgesteckt wird. Mit Sicherheit bietet diese Funktion sehr viel Potential.
Die obere Absaughaube kann bei dieser Maschine bequem nach dem Einsetzen des Fräsers aufgesteckt werden. Das funktioniert auch bei einem längeren Fräser. Die Absaughaube wird hierzu an einer Stelle geöffnet, aufgesteckt und wieder geschlossen. Bei Fräsern mit einem Durchmesser, der größer ist, als die Öffnung in der Absaughaube funktioniert dies allerdings nicht mehr. Die Haube wird durch das Umlegen eines Hebels befestigt. Diese schnelle und einfache Befestigung erleichtert die Montage des Fräsers, das Einrichten- und Einstellen der Maschine sowie das Reinigen.
Die Kapselung des Fräsers durch die Absaughaube ist sehr gut. Auch bei Fräsarbeiten, bei denen die Späne eher nach hinten, als nach oben befördert werden, geht kaum etwas daneben. Bei der Kantenbearbeitung kann der Spanfänger montiert werden, was zu einem sehr guten Absaugergebnis führt.
Der Fräserwechsel gestaltet sich extrem einfach und übersichtlich. Der jeweilige Frästischeinsatz (Gleitsohle, Kopierring oder Spanfänger) wird abgenommen, die obere Absaughaube ebenfalls. Nun hat man einen freien Blick auf den Fräser und die Spannzange. Mit dem mitgelieferten Maulschlüssel wird die Spannzange geöffnet. Dank Spindelarettierung mit Ratschenfunktion ist weder beim Öffnen, noch beim Schließen der Spannzange ein Umsetzen des Schlüssels notwendig.
Nach erfolgtem Fräserwechsel wird der jeweilige Einsatz, sowie die Absaughaube wieder werkzeuglos montiert.
Das Absenken der Maschine funktioniert ohne Ruckeln, spielfrei und leicht. Die Säulenführung ist sehr präzise, so dass die Maschine mit einer Hand abgesenkt werden kann, ohne zu verkanten. Die Klemmung erfolgt, anders als bei vielen anderen Oberfräsen, an beiden Führungssäulen, statt nur an einer. Hierdurch wird das Verwinden der ganzen Maschine beim Festklemmen vermieden.
Der Parallelanschlag ist sehr massiv, aber dennoch leicht, in Aluminium ausgeführt. Er wird mittels zweier Stahlstangen an der Maschine befestigt. Zur Klemmung an der Maschine ist lediglich eine Schraube mit der Hand zu lösen. Die Feineinstellung des Anschlages arbeitet sehr genau. Die Skalierung ist gut abzulesen und kann an jedem beliebigen Punkt genullt werden. Eine Umdrehung am Einstellrad entspricht einem Millimeter, so dass das Nachstellen des Anschlages im Bereich von 0,05mm kein Problem ist.
Die beiden Anschlagbacken können am Anschlag verschoben werden. Somit kann der Parallelanschlag immer optimal eingestellt werden. Damit auch beim Arbeiten mit diesem Anschlag möglichst wenige Späne daneben gehen, ist im Lieferumfang eine Absaughaube zur Montage am Parallelanschlag enthalten.
Die Frästiefeninstellung ist bei der OF 1400 im Prinzip ähnlich aufgebaut, wie bei vielen anderen Oberfräsen auch. Es gibt einen Revolveranschlag, der das Setzen von drei verschiedenen Frässtufen erlaubt. Dies ist sinnvoll, wenn in mehreren Zustellungen gefräst werden muss. Der Tiefenanschlag sitzt auf diesem Revolver auf und besteht aus einer Stange. Die Grobeinstellung erfolgt anhand einer Skala. Der Nullpunkt kann hierbei verschoben werden. Die Feineinstellung erfolgt über ein Stellrad, das sehr feinfühlig arbeitet und in Schritten von 0,1mm leicht einrastet, aber dennoch stufenlos eingestellt werden kann.
Bei der Einstellung der Frästiefe geht man wie folgt vor: Man setzt die Maschine auf einen ebenen Untergrund und drückt sie herunter, bis der Fräser aufsitzt. Nun stellt man die Grobeinstellung auf Null. Dann löst man die Klemmng des Tiefenanschlages, stellt die gewünschte Tiefe anhand der Skala ein und klemmt die Tiefeneinstellung wieder fest. Nun kann man eine Probefräsung machen. Wenn die Tiefe der Fräsung nicht ganz stimmt, löst man die Säulenklemmung der Maschine, stellt den Tiefenanschlag mit der Feineinstellung nach und fräst erneut. Dies hört sich kompliziert an, ist aber ganz einfach und funktioniert sehr gut.
Die Drehzahlregelung ist direkt am Griff der Maschine untergebracht. Bei großen Fräsern sollte man die Drehzahl entsprechend den Angaben auf dem Werkzeug herunter regeln. Auch beim Bearbeiten von Kunststoffen ist es ratsam nicht die volle Drehzahl zu nutzen.
Neben der Regelung der Drehzahl sorgt die Elektronik auch dafür, dass die Drehzahl unter Belastung konstant bleibt und regelt bei Bedarf nach.
Weiterhin kontrolliert die Elektronik das schnelle Abbremsen des Motors. Der Fräser steht ca. 2 Sekunden nach dem Loslassen des Schalters still. Dies ist ein sehr großer Sicherheitsfaktor und erleichtert das Arbeiten enorm. Ebenfalls durch die Elektronik geregelt, wird das Anlaufen des Motors. Dieser dreht nicht sofort auf die vorgewählte Drehzahl, sondern beschleunigt den Motor kontinuierlich über mehrere Sekunden. Dieser sogenannte Sanftanlauf hat den Vorteil, dass die Maschine nicht ruckartig anläuft und dabei verwackelt, sondern sanft beschleunigt und dabei sehr ruhig bleibt.
Natürlich kann man die Festool OF1400 nicht mit einer viel kleineren und schwächeren 1000 Watt Maschine vergleichen. Dennoch macht es Sinn, beide Maschinen einmal gegenüber zu stellen. Man sieht sehr deutlich, dass die OF1400 viel größer ist. Sie ist auch ca. 2 Kg schwerer, als die Machine von Mafell (eine ähnliche Maschine bietet auch Festool an, die OF1010). Dennoch ist die OF 1400 nicht unhandlich.
Von der Größe uabhängig bietet die Maschine von Festool einen wesentlich stabileren Parallelanschlag, dessen Feineinstellung auch besser arbeitet. Verstellbare Anschlagbacken hat der Anschlag der kleinen Mafell nicht. Die Festool ist wesentlich besser gekapselt und wird somit besser abgesaugt. Einen Spanfänger, wie ihn die OF1400 bietet hat die LO50E nicht. Die Montage des Parallelanschlages, das Wechseln des Kopierringes und das Wechseln des Fräsers sind bei der OF1400 viel einfacher durchzuführen.
Die Tiefeneinstellung an der 1000 Watt Maschine und an der Festool sind ähnlich aufgebaut. Bei der kleinen Oberfräse hat jedoch der Revolveranschlag deutliches Spiel in der Höhe. dieses Spiel wird, wenn man nicht aufpasst auf die Tiefeneinstellung übertragen, was das Nachjustieren erschwert. Durch den seitlichen Absaugstutzen kann die Mafell zum Fräserwechsel nicht gut auf die Seite gelegt werden. Eine Motorbremse hat die LO50 nicht.
Im Vorteil ist die kleine Oberfräse allerdings bei kleinen Werkstücken und Arbeiten, bei denen nicht viel Kraft verlangt wird. Hier ist sie handlicher, als die OF1400 und kann besser mit einer Hand geführt werden.
Bei schwereren Arbeiten machen sich aber sehr schnell die 400Watt mehr Leistung der OF1400 bemerkbar. Ich habe es mit der Mafell nicht geschafft eine 10mm breite und 10mm tiefe Nut in Hartholz in einer Zustellung zu fräsen, ohne die Maschine dabei an ihre Leistungsgrenze und darüber hinaus zu bringen. Die OF1400 hat mir einer solchen Fräsung keine Probleme.
Die ersten Fräsungen habe ich in Meranti gemacht. Es handelt sich hierbei um dunkelrotes Meranti, ein relativ hartes Holz. Gefräst wurde eine 10mm breite und 10mm tiefe Nut. Ich habe einen 10mm Nutfräser aus dem Festool Fräserset genommen. Das Herstellen dieser Nut, in einer Zustellung stellt die Maschine vor keine große Herausforderung. Der Motor hat genügend Kraft, sofern man mit angepasstem Vorschub arbeitet.
Die Staubabsaugung arbeitet sehr effektiv. Es landen kaum Späne auf der Werkbank. Die Sicht auf das Werkstück ist dennoch sehr gut und wird durch die obere Absaughaube nicht zu sehr beeinflusst.
Beim Bau meines Bücherregales habe ich die gleiche Fräsung mit meiner kleinen Oberfräse gemacht. Diese konnte die Nut nicht in einer Zustellung fräsen, da die Motorleistung dafür nicht ausreichte.
Die OF1400 macht einen sehr ausgereiften und durchdachten Eindruck. Alle Bedienelemente sind logisch angeordnet, die Ergonomie ist sehr gut. Der kraftvolle Motor, die gute Einstellbarkeit, die Präzision der Anschläge und das verfügbare Zubehör machen sie zu einer Maschine, die ideal für den anspruchsvollen Möbelbau ist. Für leichte Zimmereiarbeiten sollte sie aber auch genutzt werden können.
Als Highlights sehe ich eindeutig die Grundplatte mit den auswechselbaren Einsätzen und den Fräserwechsel mit Ratschenfunktion an.
Mit Sicherheit wird die OF1400 bei nahezu allen noch folgenden Projekten zum Einsatz kommen. Ich werde dann zu einem späteren Zeitpunkt auch diese Seite weiter aktualaisieren und meine Erfahrungen mit der Maschine hier beschreiben.
In der Zwischenzeit ist die OF1400 fester Bestandteil meiner Werkstatt geworden und war sehr viel im Einsatz. Die 1000 Watt Fräse wurde gegen die Festool MFK 700 EQ ausgetauscht. Diese Kombination ist für mich sinnvoller.
Eine der ersten Aufgaben der OF 1400 war das Fräsen von Abblattungen mit einem Scheibennuter. Es wurden die Böden und später auch die Rückwände des Meranti Sideboards bearbeitet. Das Absaugen eines solchen Scheibennuters von oben ist nicht sonderlich effektiv. Abhilfe schafft eine seitliche Absaughaube, die auf den Stangen des Parallelanschlages montiert wird.
Die Absaughaube montiere ich auf die Stangen der MFK700. Diese sind wesentlich kürzer, als die der OF1400. Dadurch bleibt die Maschine auch mit dieser Absaughaube noch handlich. Die Befestigung der Haube erfolgt mit nur einer Klemmschraube, welche auf beide Stangen klemmt. Diese Klemmschraube kann auch sehr gut als zusätzlicher Griff benutzt werden.
Da ich sehr viel mit Schablonen und Kopierring arbeite, habe ich mir noch einige Kopierringe angeschafft. Der 30mm Ring ist im Lieferumfang dabei. Zusätzlich habe ich derzeit einen Ring mit 40mm, einen mit 17mm und einen 17mm Ring für die Verbindungseinheit von Festool. Dieser Ring hat einen Bund, dadurch hat er einen Außendurchmesser von 21mm, statt 17mm.
Das Werkzeuglose Montieren der Ringe, ohne die bei meiner bisherigen Fräse notwendige Zentrierung eröffnet weitere Möglichkeiten. So kann man beispielsweise mit einer Schablone, verschiedenen Kopierringen und gleichem Fräser arbeiten, ohne den Fräser ausspannen zu müssen. Das braucht man zwar nicht täglich, aber gelegentlich ist dies sehr nützlich.
Ich habe mir auch bereits die ersten Vorrichtungen selbst angefertigt. Der Frästisch als Anbau an die Tischkreissäge ermöglicht es die Maschine stationär zu betrieben. Besonders bei schmalen und kleinen Werkstücken bleibt in der Regel kaum eine andere Möglichkeit.
Sind die Werkstücke nicht ganz so schmal, ist ein zweiter Parallelanschlag sehr nützlich. Er verhindert das Verrutschen und Abkippen der Maschine auf schmalen Werkstücken.
Beide Vorrichtungen sind in der Rubrik "Vorrichtungen" zu finden.
Vorrichtungen - Für die Oberfräse - Frästisch als Anbau an die Tischkreissäge
Vorrichtungen - Für die Oberfräse -Zweiter Parallelanschlag
In den Projektdokumentationen zum Meranti Sideboard und zum Gartenzaun ist die Festool OF1400 EBQ mehrfach zu sehen. Auch in einigen Videos können Sie sich bereits ansehen, wie die Maschine in meiner Werkstatt eingesetzt wird.
Das Video zeigt, wie die Böden des Meranti Sideboards mit der Oberfräse abgeblattet werden, das brechen der Kanten mit dem Blockhobel, sowie kleinere Arbeiten an den Böden mit Stemmeisen und Simshobel.
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Die Gratnut an der oberen Platte des Meranti Sideboards wird mit der Oberfräse in die Unterseite der Platte gefräst. Zunächst wird mit einem 16mm Nutfräser der größte Teil der Gratnut herausgearbeitet. Erst dann wird die eigentliche Gratnut mit einem speziellen Gratfräser gefräst.
Die Gratleiste bearbeite ich am Frästisch, da dies sicherer und genauer ist, als mit dem Parallelanschlag und frei geführter Oberfräse. Die Gratleisten werden in die Gratnuten eingepasst.
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Das Video zeigt das Fräsen der Abblattung an den Pfosten des Gartenzaunes. Zunächst wollte ich hierfür eine Schablone bauen. Nach einer ersten Probefräsung zeigte sich jedoch, dass dies nicht notwendig ist. Der Parallelanschlag der Oberfräse verhindert dass die Abblattung zu groß wird. Er dient ebenso dazu, eine gerade Abschlusskante zu fräsen. Wichtig ist hierbei, dass man die Maschine immer sicher führt und nur auf der Seite der Maschine Druck ausübt, die auf dem Holz aufliegt.
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