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Festool Rotex RO 150 FEQ

Festool

Die Vorgestellte Maschine wurde mir zum Test von Festool bereitgestellt. Details zu diesem Thema finden sie hier: Testgeräte von Festool

Ein Gerät mit drei Funktionen

Der Festool Rotex ist ein Getriebe- Exzenterschleifer für Grob- und Feinschliff. Über einen Schalter kann zwische diesen beiden Betriebsmodi gewechselt werden. Im Feinschliff- Modus entspricht die Abtragsleistung einem "normalen" Exzenterschlieifer. Schaltet man den Rotex in den Grobschliff- Modus, erhöht sich die Abtragsleistung um ein vielfaches.

Im Rotationsmodus kann der Rotex nicht nur für den Grobschliff eingesetzt werden, sondern auch zum polieren.

Es gibt mehrere Rotex Modelle, von denen der RO 150 FEQ der mit dem größten Schleifteller ist (150mm Durchmesser).

Für kaum ein anderes Schleifgerät gibt es ein so großes Zubehörprogramm. Für jeden Anwendungsfall gibt es das passende Schleifpapier und den passenden Schleifteller. Auch für die verschiedensten Polierarbeiten gibt es das passende Zubehör. Mit dem Rotex in der Grundausstattung kann man jedoch bereits sehr vielseitig arbeiten.

Lieferumfang

Im Set enthalten ist die Maschine selbst, der seitliche Zusatzhandgriff, der Protector, sowie ein Starterpack Schleifpapier bestehend aus je 5 Scheiben Korn 80, 120, 180, 220 und 320. Das Plugit Kabel ist natürlich auch dabei. Alles ist in einem T-Loc Systainer größe 3 verstaut.

Der Systainer ist groß genug für die Maschine und das mitgelieferte Zubehör. Es bleibt auch noch Platz für weiteres Zubehör und Schleifmittel.

Die Bedienungsanleitung ist ausreichend bebildert und erklärt die Funktion der Maschine gründlich. Wie bei Festool üblich ist am Ende der Bedienungsanleitung eine Explosionszeichnung der Maschine mit allen Ersatzteilnummern enthalten.

Lediglich der Wechsel des Schleiftellers sollte besser beschrieben werden. Versucht man nämlich wie in der Anleitung erklärt, den Knopf zur Arrettierung einfach hinein zu drücken, so gelingt dies nicht. Der Knopf muss zunächst ein wenig nach oben gedrückt werden und kann dann erst eingedrückt werden. Das macht auch Sinn und verhindert, dass man ihn bei laufender Maschine versehntlich betätigt.

Der erste Eindruck

Der Rotex ist sehr gut verarbeitet und macht einen extrem robusten Eindruck. Beim ersten Entnehmen fällt aber das relativ dicke Motorgehäuse auf. Der 720 Watt starke Motor muss aber irgendwo untergebracht werden. Menschen mit sehr kleinen Händen könnten hier Schwierigkeiten bekommen, da das Motorgehäuse bei vielen Arbeiten auch als Griff dient.

Beim ersten Einschalten fällt das sehr laute Motorgeräsuch erst einmal negativ auf. Der Motor ist nicht nur ungewohnt laut für eine Schleifmaschine, sondern er hört sich auch sehr rau an. An der Lautstärke, die systembedingt ist und im Vergleich zu anderen Schleifern dieser Bauart durchaus im üblichen Bereich liegt ändert sich nichts. Der raue Lauf verschwindet jedoch nach einigen Betriebsstunden, wenn sich das Getriebe eingelaufen hat. Da man bei Schleifmaschinen möglichst immer mit einer Staubabsaugung arbeiten sollte, die ebenfalls laut ist, trägt man bei der Arbeit einen geeigneten Gehörschutz und die Lautstärke spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Temperatur am Getriebegehäuse

Man liest oft, dass der Rotex am Getriebegehäuse sehr warm wird. Eine gewisse Temperaturentwicklung ist durch das Getriebe nicht zu vermeiden. Zwei Faktoren führen jedoch dazu, dass die Maschine fast schon unangenehm warm wird. Der erste Faktor ist eine niedrige Drehzahl. Bei niedriger Drehzahl dreht auch die Lüftung des Motors langsamer, welches den Motor und das Getriebe mit Luft kühlt. Es wird demnach weniger Kühlluft zugeführt. Ein zweiter Faktor ist die Anordnung der Abluftschlitze im Gehäuse. Die Form des Gehäuses verleitet dazu genau so zu greifen, dass man mit den Fingern die oberen Luftschlitze verdeckt. Auch dies verschlechtert die Kühlung des Getriebes.

Um ein zu starkes Erwärmen zu vermeiden sollte man daher besonders bei niedrigen Drehzahlen die Luftschlitze nicht noch zusätzlich verdecken.

Handhabung

Besonders beim Grobschliff ist die Handhabung des Rotex am Anfang sehr schwierig. Man neigt dazu, den Schleifer auf das Werkstück zu drücken, in der Annahme dass man die Maschine dann besser im Griff hat. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Der Rotex braucht keinen Druck. Er muss lediglich geführt werden, was mitunter schon anstrengend genug ist. Denn im Grobschliff mit grober Körnung und hoher Drehzahl verlangt er nach einer starken Hand. Daher kann es sinnvoll sein, die Drehzahl beim Grobschliff zu reduzieren um die Maschine leichter führen zu können. Im Feinschliff- Modus lässt sich der Rotex hingegen mühelos führen. Lediglich die flache Bauform ist am Anfang ungewohnt. Nach ein paar Stunden hat man sich aber so daran gewöhnt, dass man die Maschine sogar mit einer Hand führen kann.

Beim Grobschliff ist es wichtig, dass man das Werkstück sicher befestigt. Mit einer Hand ist der Rotex in diesem Modus kaum zu führen. Eine Hand am Schleifer und eine am Werkstück funktioniert daher nicht. Eine Rutschhemmende Unterlage oder sogar Schraub- oder Klemmzwingen zur Sicherung des Werkstückes sind daher notwendig.

Zusatzgriffe

Im Lieferumfang des Rotex ist ein Zusatzgriff, der an beiden Seiten, wie bei einem Winkelschleifer angebracht werden kann. Zum Schleifen ist dieser Griff eher ungeeignet, da man dazu neigt zuviel Druck an diesem Griff auszuüben, was dazu führt, dass sich der Schleifer verkantet. Dieser Griff ist sinnvoll, wenn der Rotex an der Wand oder gar über Kopf benutzt werden soll.

Wesentlich nützlicher ist der vordere Zusatzgriff, der als Zubehör angeboten wird. Dieser Griff wird anstelle des Protectors vorne aufgesteckt. Er sitzt ohne Schrauben und Klemmen sehr fest und erleichtert die Handhabung des Rotex enorm. Eine Nutzung des Protectors zusammen mit diesem Handgriff ist allerdings nicht möglich. Der Griff hat zwei kleine Laschen, die das Abnehmen des Griffes erleichtern.

Der Protector

Der Protector wird vorne auf die Maschine aufgesteckt. Er verhindert, dass der Schleifteller anstößt. Dies kann passieren, wenn man beispielsweise Treppen oder Fußböden schleift. Der Protector verhindert dann Beschädigungen an angrenzenden Bauteilen (wie z.B. den Fußleisten). Gleichzeitig schützt der Protector auch den Schleifteller vor Beschädigungen. Daher ist es empfehlenswert den Protector möglichst immer zu benutzen, da er den Teller auch bei unvorsichtiger Handhabung beim normalen Flächenschliff schützt.

Voraussetzung dafür, dass der Protector seine Aufgabe erfüllt, ist aber, dass das Schleifpapier passgenau auf dem Schleifteller befestigt ist und nicht zu viel übersteht,

Absaugung

Festool Maschinen werden auf möglichst staubarmes Arbeiten optimiert. Natürlich hat auch der Rotex einen Anschluss für einen Absaugschlauch. Das Jetstream Prinzip mit der speziellen Luftführung im Schleifteller sorgt dafür, dass der Rotex sehr effektiv abgesaugt wird. Ein weiterer Vorteil dieses Prinzips gegenüber herkömmlichen Absaugungen ist, dass der angeschlossene Sauger nicht in seiner Saugleistung reduziert werden muss. Bei den meisten Schleifmaschinen muss dies geschehen, damit sich die Schleifmaschine nicht am Werkstück festsaugt. Durch das Jetstream Prinzip saugt sich der Rotex nicht fest.

Betreibt man den Rotex im Grobschliff- Modus auf Werkstücken, die schmaler sind, als der Schleifteller, so tut sich die Absaugung schwer. Ein geringer Teil des Schleifstaubes wird dann nicht mehr von der Absaugung erfasst.

Der Absaugkanal kann werkzeuglos abgenommen werden. Dies ist beim Polieren sehr sinnvoll, da hier keine Absaugung benötigt wird und die Maschine mit abgenommenem Absaugkanal handlicher ist.

Erstes Fazit

Der Rotex ist eine Maschine mit der man sich erst einmal beschäftigen muss. Die Handhabung ist, wenn man "normale" Exzenterschleifer gewohnt ist erst einmal sehr anders. Vor allem der Grobschliff verlangt nach ein wenig Übung. Es ist daher zu empfehlen sich erst einmal an ein paar Abfallstücken zu versuchen.

Hierbei kann man dann auch ein wenig mit Grob- und Feinschliff, Drehzahl und Körnung experimentieren. Denn durch Kombinationen aus Grob- und Feinschliff kann man auch auf sehr kleine Schritte zwischen den Körnungen verzichten und dennoch ein sehr gutes Schleifbild erhalten.

Ich habe auch einige Musterstücke mit Oberflächenbehandlung erstellt. Ich habe von Korn 80 bis Korn 220 geschliffen, Hartwachsöl aufgetragen, dieses mit einem Vlies eingeschliffen und den zweiten Auftrag dann poliert. Alles mit dem Rotex. Das Ergebnis war sehr gut. Man kann wirklich mit nur einer Maschine vom Grobschliff über den Fein- und Zwischenschliff, bis hin zur abschließenden Politur alle Arbeiten durchführen.

Beim Schleifen der Bretter für den Gartenzaun hat mir der Rotex gegenüber einem Exzenterschleifer ohne Grobschliff Funktion viel Zeit und mit Sicherheit auch viel Schleifpapier gespart.

Dennoch ist der Rotex als einzige Schleifmaschine in der Werkstatt nicht ausreichend, da man mit ihm nur schwer Kanten und Kleinteile bearbeiten kann. Ein kleiner Schwingschleifer ist meiner Meinung nach immer noch als Ergänzung notwendig.

Große Unterschiede bei Schleifpapieren

Der erste richtige Einsatz des Rotex war das Schleifen von Douglasienbrettern und Pfosten. Douglasie ist aufgrund seines hohen Harzgehaltes sehr dauerhaft im Freien. Dieser hohe Harzgehalt macht das Schleifen dieses Holzes jedoch sehr problematisch. Normales Schleifpapier, in diesem Falle "Rubin" von Festool setzte sich sehr schnell zu. Abhilfe schaffte ein offen gestreutes Schleifpapier, das für den Lackschliff konzipiert ist. Es handelt sich um "Cristal" von Festool.

Das nebenstehende Bild verdeutlicht sehr schön, den Unterschied der beiden Schleifpapiere. Das "Rubin" (rechts) ist komplett zugesetzt. Es wurden mit dieser Scheibe 8 Meter Douglasie Bretter mit einer Breite von 140mm geschliffen. Daneben sieht man das "Cristal" Schleifpapier. Die Abgebildete Scheibe hat 40 Meter geschafft und ist noch immer nicht ganz zugesetzt.

Ein weiterer Versuch mit Festool "Granat" brachte ca. 56 Meter Bretter, bevor das Papier stumpf war. Das "Granat" hatte sich noch weniger mit Harz zugesetzt, als das "Cristal".

Es lohnt sich also verschiedene Schleifpapiere für verschiedene Arbeiten und Holzarten einzusetzen. Auch wenn die speziellen Schleifpapiere ein wenig teurer sind, sparen sie am Ende doch sehr viel Geld und auch Zeit.

Videos

Funktionen und Zubehör

In diesem Video werden die Grundfunktionen des Rotex, wie Beispielsweise der werkeuglose Tellerwechsel gezeigt. Auch die Befestigung des Zubehörs, sowie die Umschaltung von Grob- auf Feinschliff wird gezeigt.

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Festool Rotex RO 150 FEQ bei den ersten Einsätzen

Der Rotex kam beim Bau des Gartenzaunes zum ersten Mal richtig in den Einsatz. Geschliffen wurden die grob gehobelten Pfosten (Querschnitt 80x80mm) und die Zaunbretter, sowie die Querlatten. Der erste Schliff erfolgte jeweils im Grobschliff- Modus mit Schleifpapier Korn 80. In einem zweiten Arbeitsgang wurde im Feinschliff- Modus und Korn 120 geschliffen.

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